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THW-Thema
 

Hannibalpumpe an der Ködeltalsperre

Die Fachgruppe Wasserschaden Pumpen wurde am 31.1.2020 um 9:30 zur Ködeltalspere nähe Kronach alarmiert. Unsere Pumpe wurde dort zur Redundanz der Trinkwasserversorgung benötigt.

Bericht des THW Kronach:

Am Samstag, den 25. Januar kam es an der Trinkwassertalsperre Mauthaus (Landkreis Kronach) zum  Schaden an einer der beiden unterirdischen Entnahmeleitungen. Die örtlichen Feuerwehren und das  THW Kronach waren in kürzester Zeit mit zahlreichen Pumpen vor Ort und konnten so verhindern, 

dass auslaufendes Wasser Schaden an der Betriebstechnik oder Schaltanlagen verursachen konnte. 

 

Die defekte Leitung mit einer Länge von ca. 300 mtr und einem Durchmesser von 140 cm wurde vom  Wasserwirtschaftsamt als zuständiger Betreiber umgehend außer Betrieb genommen und 
trockengelegt. Bei einer Kamerabefahrung durch eine Fachfirma wurden in einem Bereich von 30 mtr  mehrere Risse in der Rohrwandung festgestellt. Die Versorgung der Trinkwasseraufbereitungsanlage  in Rieblich mit Rohwasser läuft ungehindert über die zweite Leitung weiter. Kapazitätsmässig reich
zwar eine einzelne Leitung völlig aus, aber um wieder eine Reserveebene zu schaffen und auch die 
andere Leitung auf mögliche Schäden untersuchen zu können, forderte das Wasserwirtschaftsamt 
beim THW entsprechende Amtshilfe an. Noch am gleichen Wochenende rückten zunächst die 
Ortsverbände Schweinfurt sowie Berchtesgadener Land mit einem sog. ESS-Laser (Einsatzstellen-
Sicherungssystem) an, um den Grundablass-Stollen auf mögliche Senkungen o. ä zu prüfen. Als diese  ihre Arbeit beendet hatten, kam die Stunde der Pumpen-Spezialisten des THW. 

 

Seit Dienstag den 28.01. sind neben den Kräften des OV Kronach auch noch die Fachgruppen 
Wasserschaden / Pumpen aus Naila, Forchheim, Bamberg, Erlangen, Nürnberg, Lohr am Main, 
Traunstein, München-West, Passau, Pfaffenhofen, Obernburg, Saalfeld-Rudolstadt, Feuchtwangen,   Schongau und Rosenheim in Mauthaus im Einsatz. Teilweise stellten die auswärtigen Ortsverbände  nur Material und Gerät, teilweise auch Personal. Der Einsatzauftrag lautet, mittels einer größeren 
Menge an Tauchpumpen und Schlauchleitungen eine leistungsfähige Wasserentnahme aus der 
Talsperre sicherzustellen und das Wasser über den Damm bis zum Auslaufbecken zu pumpen. Von  dort wird das Wasser dann mit 5 großen sogenannten „Havariepumpen“ wieder in den intakten Teil  der Transportleitung eingespeist und weiter nach Rieblich geleitet. 

 

Um die durchschnittlich benötige Wassermenge von 30.000 Litern je Minute über die Strecke und 

den Höhenunterschied zu fördern, sind direkt an der Talsperre ca. 30 Pumpen im Einsatz und am 
Auslaufbecken Havariepumpen mit Leistungen von 5.000 bis 15.000 ltr je Minute. Um die 
Tauchpumpen mit genügend elektrischer Energie zu versorgen, sind zusätzlich noch die Fachgruppen  Elektroversorgung aus Hof und Bad Staffelstein mit mobilen Netzersatzanlagen vor Ort und 
produzieren den benötigen „blauen Strom“. Eine weitere Netzersatzanlage mit Havariepumpe aus 
dem Ortsverband Pegnitz war zunächst auch angefordert, wurde dann jedoch nicht mehr benötigt, 

 

Parallel zu den Arbeiten des THW mit dem Aufbau der Wasserentnahme und Schlauchstrecke legte 
eine Fachfirma die unterirdische Transportleitung frei und baute einen entsprechenden Anschluss, so  dass mit den Havariepumpen in die Rohrleitung eingespeist werden kann - sollte die zweit
Grundleitung aus dem Stausee aus irgendwelchen Gründen ausfallen.  

 

Nachdem am Freitagabend ein positiver Probelauf stattfinden konnte, gingen die Pumpen des THW  wieder auf  „Standby“.  Die Pumpentechnik des THW bleibt solange vor Ort, bis die defekte Leitung  instandgesetzt wurde, bzw. bis eine dauerhafte Redundanz oberirdisch durch eine Rohrbaufirma 
installiert werden kann.