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THW-Thema
Aufgabe 4, Rettung einer Person vom Förderturm
Aufgabe 5, Einstieg in den Schacht zum Helgolandstollen unter schwerem Atemschutz
Aufgabe 7, Aufgleisen eines Waggons

Übung „Pfaffenwinkelbergung" am 10. und 11.7.2009

Am 10. und 11.Juli 2009 fand in Schongau die Übung „Pfaffenwinkelbergung" statt.

Es handelte sich um eine Übung der THW Basiseinheiten also dem Zugtrupp, der ersten Bergungsgruppe mit dem Einsatzgerüstsystem (EGS) und der zweiten Bergungsgruppe mit dem 50 kVA Stromerzeuger mit Lichtmast.
Zusätzlich waren die Fachgruppe Führung und Kommunikation (FK), die Fachgruppe Logistik Verpflegung (Log V), die Fachgruppe Infrastruktur (I), und die Fachgruppe Logistik Materialerhaltung (Log Mat) beteiligt.

Beteiligt waren alle Ortsverbände des Geschäftsführerbereiches Bad Tölz. Der Zweck dieser Übung war die Zusammenarbeit der verschiedenen Teileinheiten und die Überprüfung des Ausbildungsstandes.

Das ganze fand unter hoher psychischer und körperlicher Belastung statt. Die gestellten Aufgaben waren den eingesetzten Einheiten nicht bekannt und größtenteils sehr anspruchsvoll. Die Übung begann am Freitag den 10. Juli ab ca. 18:00 Uhr und endete am Samstag gegen 20:00 Uhr. Für die Einhaltung der notwendigen Ruhezeiten waren die Einheiten selbst zuständig. Auf diese Weise sollte ein realer Einsatz möglichst wirklichkeitsgetreu nachgestellt werden.

Die Schiedsrichter kamen aus dem Geschäftsführerbereich Kempten.

Flankiert wurde die gesamte Übung durch eine Studie der Bundeswehruniversität Erding, in der nähere Informationen zu Ausbildung, Übung und Einsätzen, sowie Stresssituationen gesammelt und ausgewertet werden.

Der zentrale Standort war der Volksfestplatz in Schongau. Dort war die Fachgruppe FK aus Geretsried und die Log V aus Garmisch Partenkirchen stationiert. Die Fachgruppen I aus Landsberg und Garmisch Partenkirchen sorgten für die Stromversorgung, die Wasserversorgung und die Abwasserbeseitigung. Alle eingesetzten Helfer, insgesamt über 300 Personen, hatten dort ihre Schlafplätze in mitgebrachten Zelten. Dort wurden auch die Einsatzfahrzeuge abgestellt. An der Übung waren insgesamt über 60 Fahrzeuge und Anhänger beteiligt.

Die Fachgruppe FK war für den Ablauf, die Kommunikation und die Steuerung sowie die Aufgabenverteilung zuständig.

Log V versorgte alle Helfer und Gäste über die gesamte Laufzeit der Übung mit Essen und Getränken.

Die Fachgruppen I versorgten das gesamte Lager sowie die dort stationierten Fachgruppen mit Strom, bauten Waschzelte auf und schlossen Toilettenwagen an.

Der Sanitätsdienst wurde vom BRK Schongau gewährleistet.

Die Fachgruppe Log Mat war im Ortsverband Schongau stationiert und für die Reparatur von defektem Gerät und Fahrzeugen zuständig.

Für die neun teilnehmenden Ortsverbände,
Bad Aibling
Garmisch Partenkirchen
Geretsried
Landsberg
Miesbach
Rosenheim
Schongau
Starnberg
Weilheim
wurden neun Übungsaufgaben vorbereitet. Alle Aufgaben mussten von jedem Ortsverband gelöst werden. Eine Musterlösung war nicht vorgegeben. Jeder konnte die Aufgaben nach eigenen Vorstellungen lösen.

Aufgabe 1 Personenrettung aus dem Kriechgang im THW Schongau

Im Kriechgang auf dem THW Gelände in Schongau musste eine verletzte Person geborgen werden. Die im Boden vergrabenen Rohre haben einen Durchmesser von 80 cm. Um zum Verletzten vordringen zu können, mussten zudem Hindernisse, die den Weg versperrten, überwunden werden. Dabei handelte es sich um Baustahlgewebe und eine Holzwand. Erst danach konnte der Verletzte geborgen werden.

Aufgabe 2 Metallbearbeitung auf dem Firmengelände der Fa Drosdz in Schongau

Dort war ein Metallverhau aus landwirtschaftlichen Ladewägen und dicken Rohren aufgebaut. Unter Berücksichtigung des Selbstschutzes und des Brandschutzes mussten mit Trennschleifer und Brennschneidgerät Teile herausgeschnitten werden.

Aufgabe 3 Verletzte Person bei Baumfällarbeiten im Bereich der Herzogsägmühle

Bei Baumfällarbeiten fiel ein Baum auf einen Waldarbeiter. Der Unfallort befand sich in einem ca. 20 m hohen Steilhang. Alles benötigte Material und der Schwerverletzte musste über diesen Hang transportiert werden, z. B. mittels Seilbahn.

Aufgabe 4 Personenrettung vom Förderturm des Kieswerks Stich und Schäller in Peiting

Auf einem ca. 20 m hohen Förderturm verunglückte ein Arbeiter. Die Erkundung und der Zugang war nur über eine alte Treppenanlage möglich, die aber zum Transport des Verletzten nicht geeignet war. Zunächst mussten noch mehrere kleine Brände, die den Zugang behinderten, mittels Feuerlöscher gelöscht werden.

Aufgabe 5 Rettung einer Person aus dem Helgolandstollen in Schongau

Im Elektroraum in 7 m Tiefe, der nur über einen 80 cm breiten Schacht erreicht werden kann, sind Kabel verschmort. Der dort befindliche Arbeiter musste geborgen werden. Unter schwerem Atemschutz musste in den verrauchten und dunklen Raum eingestiegen werden.

Aufgabe 6 Personenrettung vom Faulturm im Klärwerk Schongau

Auf dem Faulturm verunglückte ein Arbeiter. Er musste über ein verrauchtes Treppenhaus mit schwerem Atemschutz geborgen werden. Erschwerend kam hinzu, dass auf einer Kläranlage besonders auf die dort lauernden Gefahren zu achten ist. Unglücklicherweise war die Unfallstelle noch im explosionsgefährdeten Bereich.

Aufgabe 7 Aufgleisen eines Waggons im Bahnhof Peiting

Im Bahnhof Peiting ist bei Rangierarbeiten ein Güterwagen entgleist. Dieser Waggon musste wieder auf die Gleise gestellt werden.

Aufgabe 8 Personenrettung aus dem Lechbergstollen in Schongau

Im Lechbergstollen, in dem Fernheizungsrohre verlegt sind ist ca. 100 m nach dem Eingang eine Person durch herabstürzende Betonteile verletzt worden. Der Stollen ist ca. 1,6 m hoch und 1 m breit. Es musste die Decke abgestützt, die Hindernisse aus dem Weg geräumt und der Verletzte geborgen werden.

Aufgabe 9 Herstellen eines Übergangs über die Schönach in Altenstadt

Um Rettungsarbeiten am anderen Schönachufer durchführen zu können, musste ein behelfsmäßiger Übergang hergestellt werden.


Bei allen Übungsstellen musste der Arbeits- und Abstellbereich, insbesondere im öffentlichen Verkehrsbereich, gesichert werden.


Für den Ortsverband Schongau wurde die Übung durch zwei reale Unfälle erweitert
In der Herzogsägmühle war am Samstagfrüh um ca 1:00 Uhr ein Rollerfahrer mit seiner Sozia nur 100 m von der Übungsstelle entfernt schwer gestürzt. Von den Helfern des THW wurde die Unfallstelle gesichert und die Erstversorgung der Verletzen durchgeführt.

Am Samstagnachmittag stießen auf der Schongauer Straße in Peiting zwei Fahrzeuge zusammen. Die THW Fahrzeuge des Ortsverbandes Schongau befanden sich gerade auf der Rückfahrt von einer Übungsstelle. Auch hier musste die Unfallstelle gesichert und die drei verletzen Personen erstversorgt werden, ehe sie dem Rettungsdienst übergeben werden konnten.

Die Übung war für alle ein großer Erfolg. Die Helfer waren hoch motiviert. Obwohl alle bis an ihre körperlichen Leistungsgrenzen gehen mussten, herrschte rundum volle Zufriedenheit. Das Zusammenspiel aller Einheiten klappte hervorragend.

 

Bericht der Geschäftstelle Bad Tölz:  http://www.gst-bad-toelz.thw.de/uebungen_det.php?oesid=GTOE&lfd=86

Weitere Bilder auf der Hompage von unserem Helfer Thilo Schmitt. Hier der Link

 

 

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