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THW-Thema
 

Geschichte des Frankreicheinsatzes 2003

Auf Initiative des Kultusministeriums gibt es in Bayern den Tag des Lesens, um Schüler für das Lesen zu begeistern. 

Der Ortsbeauftragte des THW Schongau wurde gebeten den Schülern der fünften Klassen der Pfaffenwinkelrealschule in Schongau aus einem Buch etwas vorzulesen.

Ich war der Meinung, dass die vorzulesende Geschichte auch einen THW Bezug haben sollte. Da es nach meiner Information aber keine THW Geschichten gibt, habe ich selbst eine geschrieben. 

Es ist das Tagebuch des Frankreicheinsatzes des THW Ortsverband Schongau. Diese Geschichte entstand aus den persönlichen Erinnerungen.

 

THW Ortsverband Schongau;

Tagebuch des Frankreich Einsatzes vom 4.12. bis 20.12.2003

Geschrieben von Walter Frömmrich  11.11.2012

Die Geschichte darf nur nach schriftlicher Zustimmung des Verfassers veröffentlicht werden.

 

 

Im Dezember 2003 zog ein Unwetter mit starkem Regen über Südfrankreich hinweg. Dieser Regen hatte extrem starke Überschwemmungen zur Folge. In der deutschen Medienlandschaft wurde darüber fast gar nicht berichtet. Deshalb kam der THW Einsatz auch vollkommen überraschend. Dieser Einsatz sollte letztendlich der bis dahin größte THW Auslandseinsatz werden.

 

Der 4.Dezember 2003, ein Donnerstag, war für mich ein ganz normaler Arbeitstag. Ich war von 7:00 Uhr bis gegen 18:00 Uhr an meinem Arbeitsplatz und freute mich auf einen schönen Feierabend. Gegen 20:00 Uhr läutete mein Telefon. Der Anrufer meldete sich mit „Schäfer, Geschäftsstelle Bad Tölz“. Es war der Sachbearbeiter für Einsätze. Er sagte ganz trocken: Ihr fahrt zum Einsatz nach Frankreich! Auf meine Fragen was, warum, weshalb, wie lange, wie viele Personen usw. kam die Antwort: Südfrankreich und Hochwasser. Er ergänzte noch; Richtet alles her was ihr meint zu brauchen und das schnellstmöglich. Näheres irgendwann später.

Mit diesen spärlichen Informationen ausgestattet, musste ich jetzt handeln und die richtigen Maßnahmen treffen.

Zunächst alarmierte ich unsere Helfer mit der Bitte, sofort in den Ortsverband zu kommen. Rund 20 Mitglieder erschienen darauf hin im Ortsverband Schongau in der Peitnachstraße.

 

Da unsere Fahrzeuge immer einsatzbereit sind, also mit dem vorgesehenen Material beladen sind, brauchten wir uns darüber keine Gedanken zu machen. Es ging nur noch darum, zu überlegen, welche Fahrzeuge verwendet werden und was sonst noch mitgenommen werden muss. Nach einer kurzen Beratung standen folgende Fahrzeuge fest:

·      Der LKW der Fachgruppe Wasserschaden Pumpen mit der Großpumpe Hannibal, die auf einem Anhänger montiert ist. Mit den mitgeführten Pumpen hatten wir eine Pumpkapazität von insgesamt 15.000 Liter/Minute.      

            

·      Der 2 – Achsanhänger der Fachgruppe Wasserschaden Pumpen mit zusätzlichem Material.

       

·      Der Gerätekraftwagen 1 mit jeder Menge Werkzeug.

     

·      Der Gerätekraftwagen 2 mit zusätzlicher Ausstattung und Werkzeug.  

      

 

·      Der Stromerzeugeranhänger mit 50.000 Watt Leistung.

       

 

·      Das Zugtruppfahrzeug, ein Kleinbus mit Anhänger, zum Personen- und Materialtransport.

        

 

Somit hatten wir vier Fahrzeuge und vier Anhänger. Die Zusammenstellung der Fahrzeuge erfolgte nach Motorleistung und dem Anhängergewicht. Der stärkste LKW der Wasserschaden Pumpengruppe mit 170 PS zog den 2 – Achsanhänger mit rund 8 t, der GKW 1 bekam den Stromerzeuger mit 3,5 t Gewicht, und der GKW 2 mit 130 PS zog die Hannibal Pumpe mit 2,5 t.

 

Zusätzlich verluden wir noch folgendes Material auf unsere Anhänger:

·       Das Zelt zur Unterbringung von bis zu 20 Personen (Puuuh das wird kalt im Dezember)

·       Feldbetten.

·       Decken und Schlafsäcke.

·       Heizwiderstände zur Zeltbeheizung.

·       Biertischgarnituren.

·       Einsatzbekleidung

·       Kartenmaterial

Schließlich wurde noch ermittelt, welche unserer Helfer für mehrere Tage von der Arbeit wegbleiben und somit definitiv mitfahren können.

Gegen 21:45 Uhr waren wir mit den Vorbereitungen fertig und alle Fahrzeuge standen wieder an ihrem Platz, gerüstet für das große „Frankreichabenteuer“. Nähere Informationen hatten wir zwischenzeitlich nicht erhalten.

 

Um 22:00 Uhr läutete das Telefon wieder. Am anderen Ende der Leitung war wieder unser Herr Schäfer. Seine knappe Aufforderung lautete „Abfahrtsbereitschaft herstellen“. Auf meine Frage wann es losgeht, antwortete er kurz und knapp( ist übrigens sein Markenzeichen kurze und knappe Infos zu geben). Ich kann mir vorstellen morgen sehr früh.

Also habe ich alle Mitfahrer sofort nach Hause geschickt, mit der Maßgabe, gleich die persönlichen Sachen, wie Wechselwäsche, Hygieneartikel, Ausweis, Geld, Handy usw. einzupacken und dann husch, husch ins Bettchen, um noch eine Mütze Schlaf zu bekommen.

Nachdem ich meine eigenen Habseligkeiten in eine Reisetasche gepackt hatte, ging ich gegen 23:30 Uhr ins Bett. Einschlafen war aber nicht möglich, da mir noch tausend Sachen durch den Kopf gingen.

 

Um 0:00 Uhr am Freitag den 5.Dezember 2003 wurden meine Gedanken durch das abermalige Läuten des Telefons unterbrochen. Es war nicht zu erwarten, dass um diese Zeit jemand anderes als unser Herr Schäfer anruft. Er teilte mir, ihr wisst es ja eh schon, kurz und knapp mit, dass sich alle THW`ler  aus Bayern, die nach Frankreich fahren, um 4:00 Uhr in Ulm treffen.

Jetzt war es mit Schlaf endgültig vorbei. Ich überlegte, wie lange man denn in einer Dezembernacht mit ev. Nebel mit unseren LKW`s von Schongau nach Ulm fahren würde? Ich legte mich auf zwei Stunden fest. Wie viel Zeit benötigen meine Helfer von der Alarmierung bis zur Abfahrt im THW? Eine Stunde sollte reichen. Also stand der Alarmierungszeitpunkt sehr schnell fest: 1:00 Uhr.

Nachdem an Schlaf nun endgültig nicht mehr zu denken war, stand ich auf, machte mich frisch, verständigte den örtlichen Korrespondenten des ZDF und alarmierte schließlich meine Mitstreiter. Anschließend fuhr ich in die Unterkunft, um unser Frankreichabenteuer in Angriff zu nehmen.

Dort herrschte bald emsiges Treiben. Die vorbereiteten Fahrzeuge wurden aus der Halle gefahren, die Anhänger angehängt und persönliches Gepäck verladen. Kurz vor der Abfahrt gab ich noch ein Fernsehinterview und schon konnte es losgehen.

Unsere Fahrtstrecke führte über Landsberg und Memmingen nach Neu Ulm, wo wir um exakt 4:05 Uhr am Sammelplatz ankamen. Hier wimmelte es nur so von THW`lern und deren Fahrzeuge. Insgesamt zählten wir 80 Fahrzeuge und über 300 THW`ler.

An diesem Sammelplatz war vom Ortsverband Neu Ulm eine Verpflegungsstation aufgebaut worden. Hier konnten wir in Ruhe frühstücken. Anschließend wurden die Fahrzeuge vollgetankt und vor der großen Fahrt nochmals auf Herz und Nieren überprüft. Schließlich konnten sich die Fahrer bis zur Abfahrt um 6:00 Uhr noch etwas aufs Ohr legen. Die Führungskräfte wurden zeitgleich vom THW Landesbeauftragten über die akute Lage vor Ort informiert.

Wir erfuhren, dass über Südfrankreich ein starkes Unwetter gewütet hatte und die Gegend nördlich von Marseille nun stark verwüstet war. Das Zentrum der Überschwemmungen an der Rhone war die Stadt Arles. Und dorthin sollten wir fahren. Es wurde bekanntgegeben, dass in kleinen Kolonnen bis nach Kehl am Rhein gefahren werden sollte. Dort sollten wir von der französischen Gendarmerie übernommen und nach Arles begleitet werden.

 

Wir wurden der zweiten Kolonne zugeteilt. Unsere Kolonne umfasste 10 Fahrzeuge. Um den allgemeinen Verkehr nicht zu stark zu belasten, wurden die einzelnen Kolonnen im Abstand von 15 Minuten losgeschickt.

 

Eine Kolonne hat eine besondere rechtliche Bedeutung:

Alle teilnehmenden Fahrzeuge einer Kolonne gelten als ein Fahrzeug. Dazu müssen alle KFZ mit Licht fahren und mit einer blauen Flagge gekennzeichnet sein. Das letzte Fahrzeug führt eine grüne Flagge. In einer Kolonne dürfen sich keine anderen Fahrzeuge befinden. An Gefahrenstellen wird zusätzlich das Blaulicht eingeschaltet.

 

Bereits kurz nach unserer Abfahrt in Ulm, mussten unsere Helfer ihre Arbeitgeber informieren und Ihnen mitteilen, dass sie für eine unbestimmte Zeit nicht an ihrem Arbeitsplätzen erscheinen würden. Die Gespräche hatten alle einen ähnlichen Inhalt. Ich bin im THW Einsatz und unterwegs in das Überschwemmungsgebiet in Südfrankreich. Wann ich wieder komme, kann ich nicht sagen.

Unsere Fahrtstrecke ging von Neu Ulm über Ulm auf die Autobahn. Anschließend fuhren wir über Stuttgart in den Raum Pforzheim, wo an einer Raststätte eine Fahrtpause gemacht wurde. Anschließend ging es über Karlsruhe und Rastatt nach Kehl am Rhein. Dort wurden unsere Fahrzeuge aufgetankt. Gegen 14:00 Uhr erhielten wir im dortigen Ortsverband eine warme Mahlzeit. Insgesamt sind hier 80 Fahrzeuge aus Bayern versammelt. Zu 80 % LKW mit Anhängern.

 

Auf Weisung der inzwischen eingetroffenen französischen Gendarmerie sollten alle 80 Fahrzeuge in einer Kolonne nach Südfrankreich fahren. Da wir uns weigerten in so einer großen Kolonne zu fahren, wurde beschlossen, dass Kolonne 1 mit 50 Fahrzeugen sofort und Kolonne 2 am nächsten Tag gegen 3:00 Uhr abfahren sollte.

Wir Schongauer wurden der Kolonne 1 zugeteilt.

Kurz vor 16:00 Uhr fuhren wir in Kehl los. Nach der Rheinüberquerung waren wir in Straßburg und durften uns mit dem Freitagnachmittagsfeierabendverkehr herumschlagen. Da keiner von uns über Ortskenntnisse verfügte, mussten wir unserem Vordermann unter allen Umständen folgen. Die Kolonne durfte auf keinen Fall abreißen. Dies gestaltete sich umso schwieriger, da sich immer wieder fremde Fahrzeuge dazwischen schoben. Angesichts der besonderen Umstände fuhren alle THW Fahrzeuge zusätzlich zur Kennzeichnung mit Licht und Flaggen auch mit Blaulicht.

Es kam wie es kommen musste. Ein fremdes Fahrzeug drängte sich zwischen mich und meinen Vordermann, was prompt zu einer brenzligen Situation führte. Dieser Fahrer meinte, dass er bei einer roten Ampel stehen bleiben müsse, was für mich und meine Hintermänner jeweils zu einer Vollbremsung führte. Nachdem der Eindringling mittels unseres Martinhorns verdrängt war, hatten wir riesige Probleme, den Anschluss an die Vorausfahrenden wieder herzustellen. Nach einer guten halben Stunde Stadtrundfahrt in Straßburg konnten wir wieder ganz aufschließen und auf der Landstraße Richtung Süden fahren. Wir passierten Colmar, die Schwesterstadt Schongaus und bei Mühlhausen ging es wieder auf die Autobahn. An Belfort vorbei ging es in Richtung Besancon.

Unsere Kolonne aus 50 Fahrzeugen hatte auf der Autobahn eine Länge von ca. 8 km. Da die französische Polizei das erste Fahrzeug unserer Kolonne war, und mit 80 km/h voranpreschte, was für unsere LKW`s die zulässige Höchstgeschwindigkeit bedeutet, gab es Probleme bei den Hinterherfahrenden. Bereits bei den kleinsten Steigungen wurde die Kolonne länger, da die schwächeren LKW`s die Geschwindigkeit nicht mehr halten konnten. Ging es wieder bergab mussten sie das Gaspedal bis zum Bodenblech durchgedrückt werden, um den Abstand wieder zu verkleinern. Dabei wurden Geschwindigkeiten bis 100 km/h erreicht.

Unterbrochen wurde die Fahrt immer wieder durch Tankstopps. Da ausgesprochene „Spritsäufer“ dabei waren und diese gleichzeitig Kurzstreckentanks hatten, musste ca. alle 200 km eine Tankstelle bzw. Raststätte angefahren werden. Um den Tankvorgang so kurz wie möglich zu gestalten, wurde folgendermaßen vorgegangen:

Es wurden mindestens zwei Tankspuren genutzt. Es wurde versucht aus zwei nebeneinanderliegenden Zapfsäulen gleichzeitig Sprit für das gleiche Fahrzeug zu entnehmen. Bei LKW ist dies möglich, da der Tankstutzen mindestens 10 cm im Durchmesser hat und damit zwei Zapfpistolen hineinpassen.

Bereits beim Warten öffnete der Beifahrer den Tankdeckel am Fahrzeug. Und übernimmt vom Vorausfahrenden die Zapfpistolen. Der Fahrer fährt bis zu den Zapfpistolen vor. Jeweils ein Zapfhahn in der rechten und linken Hand tankt der Beifahrer voll, übergibt dann an den Hintermann und schließt den Tankdeckel. Der Fahrer fährt dann sofort weg und macht den Platz frei. Die Zapfpistolen werden erst nach dem letzten Tankvorgang eingehängt. Auf diese Art kann man unheimlich Zeit sparen. Allerdings beträgt die Spritrechnung dann mehrere tausend Euro.

Natürlich wurden diese Pausen auch für den Gang zur Toilette, zum Essen und Trinken sowie für eine kurze Schlafpause genutzt. Auch fand bei diesen Tankpausen immer ein Fahrerwechsel statt.

 

Wir waren wieder auf der Autobahn. Es ist mittlerweile Samstag 6. Dezember geworden. Wir waren jetzt im Bereich Besancon. Auf einmal kam im Funk die Meldung „Unfall !!  Kolonne aufschließen und stehen bleiben. Das Ende der Kolonne sperrt die Autobahn!“. Somit konnte im Bereich der Unfallstelle gefahrlos von unseren Helfern gearbeitet werden.

Was war passiert? An einem Pumpenanhänger war ein Reifen geplatzt. Dadurch kam das gesamte Gespann ins Schleudern und kippte um. Der LKW und der Anhänger lagen auf der Beifahrerseite. Nach der Bergung der dreiköpfigen Besatzung, bis auf Prellungen waren keine weiteren Verletzungen festzustellen, wurden alle nicht benötigten Fahrzeuge zur nächsten Raststätte geschickt, wo wir gegen 1:30 Uhr eintrafen. Gleichzeitig wurde das verunfallte Fahrzeug mittels eines großen Ladekrans, der auf einem mitfahrenden LKW montiert war und den Seilwinden zweier Gerätekraftwagen wieder aufgestellt und bis zum nächsten Parkplatz geschleppt.

Auf diesem Rastplatz übernachteten wir in unseren Fahrzeugen. Nachdem wir bis auf kurze Schlafpausen bei den Tankstopps fast alle ca. 44 Stunden auf den Beinen waren, verfielen wir trotz der nicht zum Schlafen gedachten Fahrzeugsitze und der Kälte im Dezember, in sofortigen Tiefschlaf.

Am nächsten Morgen „gönnten“ wir uns eine Katzenwäsche in den Toilettenräumen des Rasthauses, frühstückten und weiter ging es.

Wir sind wieder auf die auf die Autobahn gefahren. Über Dole, Lons le Saunier, Bourg-en-Bresse, Lyon, Valence und Avignon erreichten wir schließlich gegen 17:00 Uhr unseren Zielort Arles. Unterbrochen wurde die Fahrt nur durch Tankpausen. Beim Blick aus dem Fenster konnten wir bei dem schönen Wetter keinerlei Unwetterschäden feststellen. Auffallend war jedoch, dass viele Fahrzeuge des Französischen Roten Kreuzes und der Feuerwehren in die gleiche Richtung fuhren.

Am Ortsanfang wurden wir von örtlichen Einsatzkräften abgeholt und sofort zur Einsatzstelle gebracht, was sich als großer Fehler herausstellte. Wir wurden in einen kleinen Parkplatz in der Altstadt geschickt, wo maximal fünf Fahrzeuge untergebracht werden konnten. Das Chaos war perfekt. Unsere Kolonne versperrte die gesamte Zufahrt zur Altstadt und dann ein total zugeparkter Abstellplatz an dem kein Fahrzeug mehr vorwärts oder rückwärts fahren konnte. Wir haben die Franzosen sozusagen total überrollt.

Die THW Kollegen aus Nordrhein Westfalen kamen uns zu Hilfe. Sie waren bereits vor Ort und im Palais des Congres d`Arles, einem Veranstaltungszentrum untergebracht worden. Dorthin sollten wir nun auch kommen. Nur musste dafür das Stauchaos aufgelöst werden. Alle LKW mussten dazu umkehren und auf der gleichen Straße zurückfahren. Dieses Prozedere dauerte über zwei Stunden. Das nächste Problem am Veranstaltungszentrum war die Unterbringung der Großfahrzeuge. Dort gab es zwar einen sehr großen Parkplatz, der aber zum Großteil schon belegt war. Trotzdem schafften wir es in mühevoller Kleinarbeit alle Fahrzeuge unterzubringen. Als Schlafplatz wurde uns ein Veranstaltungsraum zugewiesen, in dem wir unsere Feldbetten aufbauen konnten. Gegen 22:00 Uhr erhielten wir noch ein Abendessen.

Anschließend war Nachtruhe angesagt. 300 Personen in einem Raum. Zum ersten Mal nach unserer Abfahrt aus Schongau, konnten wir unsere Einsatzkleidung ausziehen.

 

Sonntag der 7. Dezember.

Ausgeschlafen und nach einem Frühstück warteten wir auf unseren ersten Einsatzauftrag. Er kam nicht. Es wurde Vormittag und dann Mittag. Der Auftrag war immer noch nicht da.

Dafür erfuhren wir immer mehr Einzelheiten über die allgemeine Lage.

Arles liegt an der Rhone, die sich in diesem Teil ein großes Tal gegraben hat. Um den Ort verlaufen Hochwasserkanäle. Die Altstadt von Arles liegt so ziemlich am tiefsten Punkt. Für den Fall eines Hochwassers sind stationäre Pumpen vorhanden, die das Wasser in die Hochwasserkanäle pumpen. Durch das extreme Hochwasser und die damit verbundenen Stromausfälle sind alle Pumpanlagen zerstört worden. Das Hochwasser war so extrem, dass wir sogar Schiffe gesehen haben, die jetzt auf den Hochwasserdämmen standen, nachdem der Wasserspiegel wieder gesunken war. Nachdem die Rhone die Hochwasserdämme überspült hatte stand das Wasser außerhalb der Hochwasserdämme und konnte nicht abfließen. Der See, der sich so gebildet hatte, war mehrere km breit und ca. 10 km lang. Dieses gesamte Wasser lief kontinuierlich in den Ort Arles. Unsere Aufgabe war es, diese Wassermassen zu beseitigen und den Ort wieder trocken zu legen.

Da in Frankreich keine Pumpkapazitäten vorhanden waren und es dort ein Katastrophenschutzmanagement, so wie es bei uns vorhanden ist, nicht gab und gibt, hatte der französische Staat Deutschland um Hilfe gebeten. Von unserer Bundesregierung wurde das THW mit der Aufgabe beauftragt.

Im THW gibt es bundesweit 66 Fachgruppen Wasserschaden Pumpen. Über 30 dieser Fachgruppen wurden nach Südfrankreich geschickt. Jede Gruppe hat eine Pumpleistung von rund 15.000 l/min. Dies entspricht einer Gesamtpumpleistung von 450.000 l/min. (450 m³/min)  Bayern stellte alleine zehn Fachgruppen. Zu diesen Pumpengruppen kamen noch die Fachgruppen

·      Führung und Kommunikation, als Einsatzleitung

·      Logistik Verpflegung, diese Fachgruppe hat die gesamte Verpflegung täglich für 24 Stunden zur Verfügung zu stellen.

·      Logistik Materialerhaltung, diese Fachgruppe repariert Schäden am eingesetzten Gerät und an den Fahrzeugen

·      Fachgruppe Elektroversorgung, sie stellt die Stromversorgung der eingesetzten Einheiten sicher

Auch am Nachmittag warteten wir immer noch auf den ersten Auftrag. Die Einsatzleitung der Franzosen war anscheinend mit der Bewältigung der Katastrophe und dem für sie unbekanntem THW Material hoffnungslos überfordert.

Erst nachdem sich eine bayrische THW Einsatzleitung gebildet hatte, ging es vorwärts. Gegen Abend erhielten wir die erste Einsatzstelle zugewiesen. Wir fuhren zwischen Bahngleis und der Rhone entlang Richtung Norden. Es war eine menschenleere, zwielichtige Gegend. Am Ziel angekommen, sahen wir den aufgestauten See. Das Wasser musste unter der Bahnlinie hindurch und über den Hochwasserdamm der Rhone gepumpt werden. Der Sinn des Abpumpens des Wassers oberhalb von Arles war, zu verhindern, dass dieses Wasser auch noch in den Ort fließt.

Frei nach dem Motto, was bereits weg ist, kann nicht mehr in den Ort nachlaufen. Mit diesen Pumparbeiten verbrachten wir die erste Nacht. An dieser Stelle waren insgesamt 10 Großpumpen eingesetzt. Es waren in der Regel THW Pumpen des Herstellers Hannibal, eine Pumpe des Landkreises Ingolstadt, die das THW mitgebracht hatte und eine sehr große Containerpumpe aus Belgien.

 

Am Montag, den 8. Dezember war unsere eigene Einsatzleitung auf dem Parkplatz beim Musee de l` Arles Antique eingerichtet. Dort war auch das bayerische Zentrum mit Feldküche und dem Verpflegungszelt (Log V), sowie die Reparaturwerkstatt (Log Mat) stationiert.

Als neue Unterkunft wurde uns ein Schulsportzentrum zugewiesen. In der dortigen Turnhalle konnten wir unsere Feldbetten aufstellen. Der Sportplatz davor wurde kurzerhand als Abstellplatz für Fahrzeuge und als Lagerplatz für nicht benötigtes Material verwendet. In einem Nebenraum der Sporthalle waren noch Helfer des Roten Kreuz aus Paris untergebracht. Sie kümmerten sich hauptsächlich um hilfsbedürftige Menschen. Leider konnten die Duschen im Sportzentrum nicht benutzt werden, da der Wasserboiler mit Legionellen verkeimt war.

Die Stimmung, die durch die Wartezeit am Vortag im Keller war wurde von Stunde zu Stunde besser. Wir hatten Arbeit und konnten helfen. Die bayrische Verpflegung war prima und wir brauchten nicht im Zelt schlafen.

In der Zwischenzeit hatten wir einen Schichtbetrieb eingerichtet. Ein Teil von uns war an der Einsatzstelle und ein anderer Teil hatte frei und konnte sich ausruhen oder aber die stark in Mitleidenschaft gezogene Stadt besichtigen, die in großen Teilen nicht mehr bewohnbar war. Erst jetzt konnten wir die Schäden so richtig wahrnehmen. In den Bereichen wo das Wasser bereits weg war, begann das große Aufräumen. Die Bewohner spritzten den Schlamm aus den Wohnungen heraus und schafften das zerstörte Mobiliar auf den Fußweg. Dort waren riesige Müllberge gelagert.

An unserer Einsatzstelle beschränkten sich unsere Aufgaben in der Überwachung der Pumpen, um bei eventuell auftretenden Störfällen eingreifen zu können. Zweimal pro Tag mussten die Pumpen und die Stromerzeuger aufgetankt werden. Wir brauchten allein für unsere Geräte täglich etwa 200 l Diesel. Nachdem die Geräte nicht zur Tankstelle gefahren werden konnten, musste die Tankstelle zur Einsatzstelle kommen. Dies wurde von THW LKW gewährleistet, auf die Sprittanks montiert waren. Ebenso wie die Geräte, mussten auch die Helfer vor Ort mit Essen und Getränke versorgt werden. Dies wurde ebenfalls von den THW`lern in eigener Zuständigkeit erledigt.

Zu den jeweils am frühen Vormittag und am späten Nachmittag stattfindenden Lagebesprechungen in der Einsatzleitung musste jeweils eine Führungskraft von jedem Ortsverband erscheinen.

Hier erfuhren wir auch, dass die Lage in Bezug auf Einbrüche, Diebstahl und Plünderungen sehr kritisch war. In diesem Gebiet gibt es sehr viele illegale Einwanderer aus Afrika. Die Diebe haben sogar in der Nähe unseres Einsatzortes ein ganzes Boot geklaut. Taucher waren in die Schadensgebiete vorgedrungen und plünderten dort. Aus diesem Grund hatte das Militär und die Fremdenlegion das gesamte Schadens- und Einsatzgebiet abgesperrt. Sie bekamen den Befehl auf Plünderer zu schießen. Um unsere Sicherheit zu gewährleisten, wurde folgendes angeordnet: Wir hatten immer unseren Einsatzanzug zu tragen, wenn wir unser Unterkunftsgelände verlassen wollten. Unsere Einsatzfahrzeuge und der Einsatzanzug war in diesem Fall unsere Eintrittskarte zu den Schadensgebieten und gleichzeitig sorgten sie für unsere Sicherheit.

Ein Erlebnis in diesem Zusammenhang:

Ich brachte am Abend mit dem MTW Verpflegung für unsere Helfer zur Einsatzstelle. Es war bereits dunkel. Nach dem Passieren der Sicherheitsabsperrungen fuhr ich den Weg zwischen Bahngleis und Rhone. Es war absolut nichts zu sehen, außer dem, was mein Fernlicht ausleuchtete. Kein weiteres Licht, keine Fahrzeuge, keine Personen.

Auf einmal bewegten sich die Büsche am Straßenrand vor mir. Mindestens 20 Soldaten kamen aus den Büschen gekrochen und grüßten mich beim Vorbeifahren. Sie waren zu meinem Schutz unterwegs. Sie haben anscheinend ihre Deckung verlassen, nachdem sie das THW Fahrzeug und meine Leuchtstreifen des Anzugs erkannt haben.

 

Am Dienstag den 9. Dezember blieb unsere Hannibalpumpe auf einmal stehen. Sie war nicht mehr zum Laufen zu bewegen. Eine fieberhafte Fehlersuche begann. Als Ursache stellten wir einen Sicherheitsschalter fest, der beim Vorliegen eines Fehlers in der Wasseransaugung die Pumpe abschaltet und sie so vor einem größeren Schaden schützt. Da kein Ansaugfehler vorlag und die Pumpe laufen sollte, haben wir eine Notreparatur durchgeführt, die aber nur einige Stunden funktionierte. Mangels eines Schalters und geeignetem Reparaturmaterial haben wir den Kontakt mittels Staniolpapier (das mit Aluminium beschichtete Papier einer Zigarettenschachtel) überbrückt. Gleichzeitig haben wir der Fachgruppe Materialerhaltung den Auftrag gegeben, diesen in Frankreich nicht erhältlichen Spezialschalter zu besorgen.

Da die größte unserer Pumpen zur Zeit nicht lief, und wir dadurch etwas Freizeit bekamen, haben einige unserer Helfer die Altstadt besichtigt. Das nicht beschädigte historische Amphitheater, das etwas höher lag, war sehenswert. Im Rest der Stadt war die vorherrschende Farbe braun. Brauner Schlamm so weit das Auge reichte…

Wir sahen meterhoch überflutete Gebäude, Tankstellen, Autohäuser und Fabriken. Parkplätze waren mitsamt den darauf abgestellten Autos überflutet. Teilweise waren Ölschlieren auf dem Wasser zu sehen. Aufgeschwemmte Öltanks waren undicht geworden und hatten Schlieren auf dem Wasser gebildet. Das Militär war mit Booten in den Straßen unterwegs, um die Bevölkerung zu versorgen. An Gebäuden, an denen das Wasser bereits abgeflossen war, begannen die Aufräumungsarbeiten. Die Bewohner kehrten das Schlammwasser mit Besen aus ihren Häusern. Das kaputte Mobiliar wurde auf die Straße gestellt. Das große Säubern hatte begonnen. An einer anderen Stelle, die nicht so stark betroffen war, hat eine Frau mit einem Benzinkocher Glühwein zubereitet und an Betroffene verteilt.

Bei der Rückkehr zu unserem abgestellten Fahrzeug war plötzlich eine große Gruppe Fremdenlegionäre um uns herum. Der Befehlshaber kam auf mich zu und sprach mich in astreinem fränkischem Dialekt an und bat uns unser Fahrzeug wegzufahren, da sie noch mehr Platz bräuchten.

 

Mittwoch 10. Dezember

Da abzusehen war, dass der Einsatz länger dauert, wurde eine Ablösung der eingesetzten Helfer für den Freitag organisiert. Den Arbeitgebern sollte ein noch längeres Fernbleiben ihrer Mitarbeiter von der Arbeit nicht zugemutet werden.

Am Vormittag erhielten wir von der Log Mat einen Anruf, dass unser Schalter da sei. Auf die Frage, wie sie das so schnell gemacht hätten kam die Antwort: Telefonisch beim Schalterhersteller bestellt. Per Express zum nächsten Flugplatz in Deutschland, mit dem Flugzeug über Paris nach Marseille und vom dortigen Flugplatz durch die Log Mat abgeholt. Dort war nicht nur unser Schalter, sondern noch mehrere dringend benötigte Ersatzteile abzuholen.

Der Schalter wurde eingebaut und unsere Pumpe konnte wieder 720.000 l Wasser pro Tag fördern.

Am Nachmittag war Einkaufen der besonderen Art angesagt. Am Abend sollte es eine Überraschung geben. Ein Helfer hatte 50. Geburtstag. Er hatte für den Einsatz seine große, längst organisierte Feier zu Hause ausfallen lassen. Nach dem Abendessen im Verpflegungszelt sind wir zu unserer Turnhalle gefahren. Dort wurde unsere Kiste für Zeltzubehör zum Geschenktisch umfunktioniert. Er bekam zwei Flaschen Sekt mit Pappbechern, ein paar Flaschen Bier, Süßigkeiten und Obst. Er hat sich über die Überraschung mehr gefreut, als über eine große Feier. Im Anschluss habe ich das Alkoholverbot, das für den gesamten Einsatz galt, für die Zeit der kleinen Feier aufgehoben. Nach einer Stunde feiern ging der Einsatzalltag wieder weiter.

 

Am Donnerstag den 11.Dezember gab es mehrere Ereignisse. Wir haben unsere bisherige Einsatzstelle soweit trockengelegt, dass von dort keine Gefahr mehr ausging. Wir bekamen eine neue Einsatzstelle zugewiesen, und es gab einen Duschcontainer.

Doch der Reihe nach.

Der Wasserspiegel des Sees war so weit gesunken, dass wir nicht mehr ansaugen konnten. Daraufhin konnten wir die Anlagen abbauen. Im Anschluss bekamen wir mit fünf weiteren Ortsverbänden eine neue Einsatzstelle auf der anderen Seite von Arles zugewiesen.

Dort angekommen, begannen wir sofort mit dem Aufbau der Geräte. Auch hier war wieder ein großer See und das Wasser musste über einen Damm in einen Hochwasserkanal gepumpt werden. Außerhalb des Dammes war der Boden total aufgeweicht. Beim Rangieren rutschte unser LKW etwas ab und versank bis zu den Achsen im weichen Boden. Bei dem Versuch, den LKW herauszuziehen, ereilte unseren GKW das gleiche Schicksal. Nach langer mühevoller Arbeit ist es uns gelungen, beide Fahrzeuge wieder auf tragfähigen Untergrund zu bringen.

Kaum hatten wir alle Pumpen in Betrieb genommen, kam der Auftrag zum sofortigen  Abschalten. Hintergrund waren irgendwelche Machtspiele auf französischer Seite. Die neue Einsatzstelle lag außerhalb des bisherigen Zuständigkeitsbereiches. Es war anscheinend vergessen worden, eine wichtige Person zu fragen. Die offizielle Begründung lautete, dass im Unterlauf des Kanals Überflutungen auftreten könnten.

Bis auf eine Nachtwache rückten wir alle frustriert ab. Wir waren nach der Schufterei verschwitzt, sahen nach der Schlammschlacht aus wie die Schweine und unsere Fahrzeuge waren wie bei jedem Hochwassereinsatz nicht mehr blau sondern braun.

Bei der Rückkehr zu Einsatzleitung gab es eine positive Überraschung. In der Zwischenzeit waren vom französischen Zivilschutz Duschcontainer angeliefert worden. Nachdem wir in der Sporthalle wegen der Verkeimung nicht duschen konnten, wurde uns eine Schule in 2 km Entfernung zugewiesen. Hier war das Wasser so heiß, dass sich keiner darunter stellen konnte. Eine Regelungsmöglichkeit für die Wassertemperatur war nicht vorhanden. Und jetzt Duschcontainer mit Heizung und warmen Wasser!    Dies galt aber nur für die ersten fünf Helfer. Danach schaffte es die Heizung nicht mehr das Wasser zu erwärmen. Aber besser im Container kalt geduscht, als in der Schule verbrüht.

 

Am Freitag den 12.Dezember wurde ich durch mein Telefon um 6:00 Uhr geweckt. Unsere Ablösung war mit dem Omnibus angekommen und sollte nun abgeholt werden. Also raus aus dem Schlafsack, rein in die Klamotten, ab mit dem Auto und dann die Neuankömmlinge zur Sporthalle bringen. Anschließend Einweisung in die Lage vor Ort und in die zu erwartenden Tätigkeiten und Austausch von Informationen. So erfuhren wir, dass unsere Ablösung mit unserem VW Bus nach Augsburg gefahren war. Der Fahrzeugschlüssel wurde im dortigen Ortsverband hinterlegt. In Augsburg haben sich alle Helfer aus dem südlichen Bereich getroffen. Von dort sind sie mit einem gemieteten Reisebus nach Arles gebracht worden. Nachdem die Neuen an der Einsatzstelle eingewiesen worden waren, packten wir unsere sieben Sachen und wurden zum Omnibus gebracht. Hier mussten wir noch so lang warten, bis alle Heimkehrer eingetroffen waren. Die Busse durften auch noch nicht abfahren, da die Fahrer ihre Ruhezeit einhalten mussten.

Das Wetter war über den gesamten Einsatzzeitraum schön, meist sogar sonnig. Allerdings stiegen die Temperaturen am Tag kaum über 10 Grad. In der Nacht lagen sie um den Gefrierpunkt. Das Arbeiten mit Wasser und den nassen Geräten erzeugt bei diesen Temperaturen keine besondere Freude. Allerdings arbeiten wir immer in der Gewissheit, anderen Menschen in ihrer großen Not zu helfen. Auch für sie ist es alles andere als schön, bei dieser Kälte in einem nassen, verschlammten Haus zu leben. Es gibt keinen Strom. Dadurch läuft natürlich auch keine Heizung und gleichzeitig verrottet das ganze Mobiliar um einen herum. Das ganze Lebenswerk geht buchstäblich den Bach runter.

Auch die Unterbringung in der Sporthalle war nicht optimal. Die Wände und das Dach waren aus nichtisoliertem Blech. Das heißt, es war saukalt. Schaltete dagegen die Warmluftheizung ein, wurde es schlagartig warm, dafür aber war es unwahrscheinlich laut.

Nicht viel besser erging es dem Ortsverband Dachau. Sie wollten unbedingt an der Einsatzstelle übernachten. Dafür hatten sie sich das Zelt und die Heizwiderstände von uns ausgeliehen. In der Nacht kam starker Sturm auf, der das Zeltgestänge so zerlegte, dass es unbrauchbar wurde.

Gegen Abend sind wir mit dem Bus abgefahren. Die Route ging über Nimes, Avignon, Lyon nach Genf. Weiter über Montreux, Bern und Zürich ging es nach Lindau, wo wir am Samstag den 13. September im Morgengrauen die Grenze nach Deutschland passierten. In Augsburg trafen wir am späten Vormittag ein. Dort gab es noch etwas zum Essen. Nachdem wir unseren VW Bus übernommen hatten und das Gepäck verladen war, konnte uns niemand mehr halten. Wir wollten nur noch nach Hause. In Schongau sind wir dann gegen 14:00 Uhr angekommen.

 

Der Einsatz dauerte noch länger. Unsere Ablösung bekam noch weitere Einsatzstellen zugewiesen. Unter anderem war dies eine reisverarbeitende Fabrik. Der Reis war mittlerweile aufgequollen und begann zu leben.

 

Nachdem die größten Schadensstellen abgearbeitet waren, kam auch unsere Ablösung am Samstag, den 20.Dezember 2003 gegen 3:00 Uhr mit der gesamten Ausstattung in Schongau an.

Am gleichen Tag begannen in der Früh insgesamt 20 Helfer die Fahrzeuge und das Material zu säubern, die Fahrzeuge wieder einzuräumen und einsatzbereit zu machen. Mit dieser Tätigkeit waren wir noch insgesamt 8 Stunden beschäftigt.

 

Das Hochwasser der Rhone forderte 16 Tage lang den Einsatz des THW Schongau. Von insgesamt 15 Helfern wurden 4.225 Stunden geleistet.

 

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